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Volltreffer!

Ballsichere Beamer und Bildschirme fürs Public Viewing

Ballsichere Beamer und Bildschirme fürs Public ViewingJubeln, zittern, feiern – und hoffentlich nicht weinen. Alle zwei Jahre rücken die fußballverliebten Nationen ganz eng zusammen, um bei Welt- oder Europameisterschaften torreiche Partys zu feiern. Nirgendwo macht Torjubel mehr Freude als beim Public Viewing in stimmungsvollen Locations. Der FIFA World Cup in Russland (14. Juni bis 15. Juli 2018) lässt die Kassen wieder gewaltig klingeln im Gastgewerbe. Doch aufgepasst: Wer seinen Gästen die WM präsentieren will, sollte Top-Technik parat haben.

Großartig für Wirte und Hoteliers in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die Anstoßzeiten für die Partien liegen diesmal mit 14, 17 und 20 Uhr ausgesprochen günstig. Später als 21.45 Uhr endet also keine Partie, die nicht in die Verlängerung geht. Fußball-Übertragungen in der Gastronomie gelten dabei nicht als gewerbliche Public-Viewing-Veranstaltungen, Extra-Gebühren oder -Lizenzen werden somit nicht fällig. Allerbeste Voraussetzungen für rauschende WM-Feste!

Hohe Auflösung und Top-Sound sind ein Muss

Wer seinen Gästen die Spiele optimal präsentieren will, braucht heutzutage Top-Technik. Längst sind viele Fans in ihren Wohnzimmern mit modernstem TV- und Sound-Equipment ausgestattet, die Ansprüche der Besucher sind höher als noch zur Sommermärchenzeit. Warum in SD schauen und miesen Sound ertragen müssen, wenn woanders brillante Technik lockt?

Beamer und Leinwand oder klassische Bildschirme?

Die Schlüsselfrage für WM-Übertragungen: Platziere ich TV-Bildschirme oder beame ich die Spiele an die (Lein-)Wand? Fangen wir mit den Vorteilen der Beamer an. Was macht einen Projektor interessant? Die Bildgröße! Beamer ermöglichen riesige Bilddiagonalen, welche auf LED-/LCD-Geräten um ein Vielfaches kostspieliger wären. »Bei größeren Bilddiagonalen wird es mit TV-Bildschirmen um ein Vielfaches teurer im Vergleich zu einem Beamer«, sagt Andreas Nolde, Experte des Fachmagazins »Chip«. Dabei sei es ganz egal, ob man bei TV-Geräten auf LED, LCD oder die modernere und teurere Variante OLED setzt. Ein hochwertiger LED-TV mit 88 Zoll von Samsung liegt beispielsweise bei rund 18.000 Euro.

Wer ein XXL-Bild will, kommt an einem Beamer kaum vorbei

Zudem können TV-Bildschirme ab rund 70 Zoll in der Regel nicht die Bildqualität liefern, zu denen Projektoren fähig sind – es sei denn, man investiert ungefähr so viel wie in einen nagelneuen Kleinwagen. So liegen High-End-Modelle mit OLED-Technologie und einer Bilddiagonalen von 77 Zoll von LG oder Panasonic bei stolzen 20.000 Euro. Heißt: Wer ein XXL-Bild mit Top-Auflösung will, kommt an einem Beamer nicht vorbei.

Welche Beamer sind ballsicher?

Zwar sind Projektoren schon ab 300 Euro zu haben. Von Low-Budget-Geräten rät Experte Andreas Nolde für Fußball-Aufführungen in der Gastronomie jedoch ab: Bei den günstigen Modellen sei bei der Bewegungsdarstellung mit störenden Regenbogeneffekten zu rechnen.

Ohne Leinwand? Nein!

Beamer ohne Leinwand? Keine gute Idee! Es ist natürlich immer eine Frage des eigenen Qualitätsanspruchs. Klar kann man das Bild auch an die weiße Wand oder die Raufasertapete werfen, aber wenn es hochwertig sein und ein bisschen Spaß machen soll, fällt diese Option aus.

»Es gibt Tageslicht-Leinwände, die das Licht der Umgebung unterdrücken und deutlich bessere Bildqualitäten ermöglichen«, sagt Roland M. Stehle vom Branchenverband gfu Consumer & Home Electronics. Wer also eine hochwertige und langfristige Anschaffung tätigen möchte, ist auf jeden Fall besser bedient, wenn ein Fachmann auch bei der Leinwand berät, das Equipment montiert und einjustiert.

Leinwand per Fernbedienung ausrollen

Zu sperrigen Aufstell-Leinwänden gibt es übrigens eine praktische Alternative: motorbetriebene Deckenkonstruktionen. Per Fernbedienungs-Knopfdruck lässt sich die Leinwand bei Bedarf ganz easy herunterfahren. In der Regel kann man diese ausfahrbaren Leinwände sogar selbst montieren. Deckeneinbau-Sets mit einer Breite von drei Metern sind ab ca. 300 Euro erhältlich.

Smart Steuerung: Mit einem Knopfdruck werden Rollos, Beamer und Leinwand aktiviert

Zudem lassen sich elektrisch steuerbare Leinwände auch in eine Smart-Steuerung integrieren. Heißt: Mit einer Fernbedienung können die Rollos an den Fenstern heruntergefahren, gleichzeitig der Projektor eingeschaltet und die Leinwand automatisch runtergerollt werden. Moderner geht’s nicht: Ein Knopfdruck, und zum Anpfiff ist alles bereit für den WM-Genuss.

Laser-Beamern gehört die Zukunft

Stark im Kommen sind Kurzdistanz-Projektoren auf Laserbasis. Diese Beamer stehen ganz nah an der Leinwand, mit 20 oder 30 Zentimetern Abstand. Dank ihrer überlegenen Leuchtstärke und ihres Energiesparpotenzials gehört dieser Technologie ganz klar die Zukunft. Schon in wenigen Jahren werden Laserprojektoren die lampenbasierten Geräte komplett vom Markt verdrängt haben.

Beamer brauchen zusätzliches Equipment

Mit der Anschaffung einer Beamer/Leinwand-Kombi ist es übrigens nicht immer getan. Nicht alle Geräte haben einen TV-Tuner eingebaut, dieser käme also gegebenenfalls noch dazu. Kein Vergnügen ist es, den Sound über die eingebauten Lautsprecher der Projektoren abspielen zu lassen – sofern diese überhaupt vorhanden sind. Die Speaker der Geräte klingen in der Regel recht dumpf, sind somit gastrountauglich.

Weitere Nachteile von Beamern: Die Installation ist komplizierter, zusätzliches Equipment ist quasi unabdingbar, Kabel müssen verlegt werden. Einen Fernseher dagegen stellt man einfach nur auf (oder hängt ihn an die Wand) – und er läuft. Wireless-Geräte, also kabellose, sind nicht ohne Risiko. Denn: »Die kabellose Verbindung zwischen Beamer und TV-Empfänger ist schon störungsanfällig und es kann so zu Bildausfällen kommen«, erklärt Andreas Nolde.

4K-Technologie ist längst Standard

»4K-Technologie, also eine hohe Bildauflösung, ist mittlerweile Standard, wenn man sich einen vernünftigen Fernseher kauft«, sagt Klaus Petri von LG. Bei Beamern ist das noch nicht der Fall. Da starten Geräte mit einer vierfach höheren Auflösung als Full HD bei rund 5.000 Euro, die Mehrheit der 4K-Beamer liegt sogar im fünfstelligen Preisbereich. Außerdem: Bei dieser WM bringt diese Technik sowieso noch nicht wirklich etwas, weil das Turnier nicht in 4K übertragen wird.

Es geht aber nicht nur darum, was das Display kann, sondern auch die Technik dahinter ist wichtig. Flinke Prozessoren sind essenziell, um die schnellen Bewegungen des Fußballs verarbeiten zu können.

HDR: entscheidend für ein gutes Fußballbild

»Bei der letzten WM in Brasilien haben wir erlebt, dass extreme Kontraste auftreten können, Teile des Spielfeldes waren im Schatten oder grellem Sonnenlicht ausgesetzt. Ein Fernseher mit HDR-Technologie (High Dynamic Range, d. Red.) ist in der Lage, solche Bilder vernünftig darzustellen«, so Klaus Petri. Ein fußballtauglicher Bildschirm sollte unbedingt HDR-Standards beherrschen. »Das ist zwar bei vielen Geräten die Regel, aber nicht bei allen«, weiß Petri.

Außerdem wichtig: Reaktionszeit, weiter Blickwinkel

Was muss ein Fußball-Fernseher noch können? Die Reaktionszeit des Panels spielt eine wichtige Rolle – also die Zeit, die eine Einheit des Displays benötigt, um die Farbe zu ändern. Sie sollte weniger als fünf Millisekunden betragen.

Auch die Bildwiederholrate ist wichtig für flüssige Bewegungsabläufe. 200 Hertz sind für Fußballspiele schon top. Logisch, dass ein möglichst weiter horizontaler Blickwinkel gerade bei Public Viewing ein Kriterium darstellt, zumal nicht alle direkt vor dem Bildschirm mitfiebern.

Fachhändler inspizieren die Location

Klare Empfehlung: Um eine optimale Lösung zu finden, sollte man einen Fachhändler in die Location kommen lassen, eine vernünftige Beratung vor Ort in Anspruch nehmen. Welche Beamer- oder TV-Lösung ideal ist, hängt von den Gegeben­heiten der Location ab – von der Raumgröße, von den Lichtverhältnissen. Viele lokale Fachhändler bieten einen solchen ­Service an.

WM-Party auf der Terrasse mit Outdoor-Beamer

Tische und Stühle sind für eine WM-Party schnell aufgebaut. Wer das WM-Geschehen nach draußen verlagert, muss sich aber outdoortaugliche Geräte anschaffen, die die Herausforderungen der Helligkeit meistern. Beamer für Outdoor-Public-Viewing benötigen eine sehr hohe Leuchtkraft. Für ein optimales Bild empfiehlt sich bei einer Leinwanddiagonalen von 250 Zentimetern ein Beamer mit mindestens 6.000 Lumen – sowie eine geeignete Rückprojektionsleinwand. Diese sollte keinem Sonnenlicht ausgeliefert und rundherum abdunkelt sein.

Es gibt Bildschirm-Lösungen speziell für draußen, wie etwa die Outdoor-Displays der OH-Serie von Samsung. »Diese Geräte können Fußball auch bei starkem Licht klar darstellen und sind IP56-zertifiziert, das heißt, gegen Staub und Wasser geschützt«, sagt Martin Groß, Head of Product Marketing Display Solutions bei Samsung.

Mieten statt kaufen

Wer nach der WM keine Beamer oder Bildschirme mehr braucht, dem sei ein Leihgeschäft empfohlen. Es empfiehlt sich, bei lokalen Vermietern die Preise zu vergleichen. Preisbeispiel: Ein Markenbeamer mit 5.000 ANSI-Lumen (Neupreis 1.500 Euro) kostet bei event-vermietung.de 499 Euro Miete für den kompletten WM-Zeitraum. Verleiher bieten auf Wunsch auch vollen Service – Auf- und Abbau inklusive, natürlich mit Aufpreis.

Mindestens so wichtig wie das Bild: der Sound!

Ob Beamer oder Bildschirme – um die Fußballspiele wirklich zum Erlebnis zu machen, ist der Sound ganz entscheidend. »Bildschirme sind mittlerweile so flach geworden, dass sie aus physikalischen Gründen nicht mehr in der Lage sind, kraftvollen Sound zu liefern«, so Klaus Petri.
Der Sound wird leider häufig vernachlässigt. Preiswerte Alternative zu einer Soundanlage, die die Location mit Stadionatmosphäre beschallt, ist eine Soundbar. »Eine Einsteigerlösung kann bei einer kleineren Raumgröße bei 500 Euro beginnen. Es gibt keine Faustformel, was die beste Lösung für eine Location ist, das hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab«, so der Experte.

Der Super-GAU: wenn die Technik beim Elfmeterschießen streikt

Ein Horrorszenario für alle Fußballfans, das den Gastronomen ganz leicht ins Abseits katapultiert: Elfmeterschießen … Der letzte Schütze läuft an und – Bild und Ton sind plötzlich weg! Um das zu vermeiden, ist es wichtig, das Stromnetz nicht zu überlasten.

Wie kann man sich davor schützen? Nolde: »Vor der WM einen Elektriker vorbeikommen zu lassen, um einen Blick auf die Technik zu werfen, ist sicherlich eine Investition, die sich lohnt.«

Lexikon der TV-Technologien

Was verbirgt sich hinter den Abkürzungen?

  • LCD bedeutet »Liquid Crystal Display«. Bei dieser Bildschirm-Technologie steuern elektrische Impulse die Ausrichtung von Flüssigkristallen.
  • LED steht für »Light Emitting Diode«. LEDs lösen die bei LCD-Fernsehern herkömmlichen Leuchtstoffröhren zur Hintergrundbeleuchtung ab, bieten eine effizientere Möglichkeit der Lichtversorgung.
  • OLED (Das O steht für »Organic«) ist die angesagteste TV-Technologie, kommt ganz ohne Hintergrundbeleuchtung aus. Ein OLED-Display besteht nämlich aus einer Substanz, die selbst leuchtet, wenn sie elektrisch aktiviert wird. Dadurch werden die Bildschirme dünner und leichter. Weitere Vorteile: breiteres Farbspektrum, mehr Helligkeit, bessere Schwarzwerte, sensationelle Reaktionszeiten von weniger als 0,1 Millisekunden. Nachteil: der deutlich höhere Preis und die Lebensdauer. Ein LED-TV hält fünfmal so lange wie ein OLED.

Text: Sebastian Bütow, Ausgabe: 02/2018, Veröffentlicht am: 12.03.2018
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
Fotos: iStockphoto