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Saubere Geschäfte

Mit den neuesten Antriebstechnologien behalten Gastronomen und Hoteliers auch bei Nutzfahrzeugen ihre weiße Weste

Saubere Geschäfte
Foto: VW; iStockphoto

Diesel-Abgasskandal, städtische Fahrverbote und Elektroantriebe, die zumindest im innerstädtischen Verkehr sukzessive immer praxis­tauglicher werden. Schon lange war der Fahrzeugmarkt nicht mehr so im Umbruch – auch bei Transportern, Bussen oder Pick-ups. HOGAPAGE lichtet den aktuellen Angebots-Dschungel.

Die Liebe der Mitteleuropäer zum Diesel war seit dem Aufkommen moderner Turbodiesel-Aggregate in den 1990er-Jahren eine innige und stetig wachsende. Vor allem im Nutzfahrzeugsegment wurden Benzinmotoren oft nur mehr pro forma angeboten. Sie waren einfach vorhanden, weil sie für andere Märkte gebraucht wurden, aber die Anzahl von Transportern, Kleinbussen oder Pritschenwagen, mit denen man bei der Super-Zapfsäule vorgefahren ist, war bis vor Kurzem verschwindend gering.

Nach dem ersten Bekanntwerden manipulierter Dieselmotoren vor ziemlich genau drei Jahren hat diese Liebe nun merkbare Risse bekommen. Käufer sind zunehmend verunsichert, haben Angst vor mühsamen Zwangsnachrüstungen ihrer Motoren, drohenden Fahrverboten in Städten und einem drastischen Wertverlust ihrer Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Im Pkw-Bereich schlägt sich diese Pro­blematik schon seit Monaten in den Verkaufszahlen nieder. Manche Hersteller nehmen Dieselmotoren teilweise oder zur Gänze aus dem Programm, und insgesamt ist bei den Neuwagenkäufen seit Langem wieder der Benzinmotor deutlich auf dem Vormarsch. Doch hier ist auch die Auswahl groß. Egal ob Kleinwagen, Van, SUV, Luxuslimousine oder Sportwagen: Die Motorenauswahl lässt bei Pkws in den seltensten Fällen einen Wunsch über.

Anders sieht die Sache bei Nutzfahrzeugen aus. Hier hat sich in den letzten Jahren ein Dieselanteil von weit über 90 Prozent eingependelt, in den großen Klassen wurden teilweise gar keine Benzinvarianten mehr angeboten. Keine leichte Entscheidung also, wenn man aktuell vorhat, sich einen neuen Kastenwagen, Bus, Pick-up etc. zu kaufen.

Käufer verunsichert

»In Deutschland ist die Lage wegen drohender Fahrverbote in Innenstädten relativ unübersichtlich. Städte haben hier relativ viel Autonomie. Wir empfehlen in dieser Situation, wenn es denn ein Diesel sein soll, den Standard Euro 6d-TEMP. ­Leider bieten noch nicht allzu viele Hersteller diesen Standard an«, erklärt dazu etwa Dr. Christian Buric, Unternehmenssprecher des ADAC, auf Anfrage von HOGAPAGE. (Eine Liste mit diesen unbedenklichen Diesel-Pkws im neuesten Abgasstandard findet man auf der ADAC-Homepage. Gleichzeitig geht man beim ADAC davon aus, dass sich bei drohenden Fahrverboten die Industrie- und Handwerksverbände für Ausnahmen starkmachen, damit ­gerade Unternehmer auch mit älteren Dieselfahrzeugen weiterhin ihren Betrieb anfahren können.

Nur wenige Fahrverbote aktuell in Österreich

Etwas lockerer sieht die Situation derzeit in Österreich aus. »Äquivalent zu den in Deutschland diskutierten Fahrverboten, die auch für relativ junge Fahrzeuge gelten sollen, ist in Österreich nach aktuellen Infos nichts in Planung«, weiß Ing. Thomas Stix, Leiter der technischen Information beim ÖAMTC. Allerdings existieren auch in Österreich schon seit geraumer Zeit Fahrverbote in einzelnen Regionen für besonders alte Lkws, Kleintransporter etc. Eine Auflistung dieser Fahrverbote findet man hier. Das Problem besteht laut Stix darin, dass bei den durchschnittlichen Kilometerleistungen eines Nutzfahrzeuges Benzinmotoren einerseits wirtschaftlich wenig Sinn machen und andererseits das Angebot an wirklich sauberen Diesel- oder alternativ auch Erdgasmotoren ziemlich überschaubar ist.

Keine Probleme in der Schweiz

Relativ entspannt ist die Lage in puncto Fahrverboten derzeit in der Schweiz. »Wir haben zwar teilweise noch strengere Luft-Grenzwerte als die EU, diese werden aber im Großen und Ganzen eingehalten oder höchstens minimal überschritten. Diesel-Fahrverbote sind also derzeit kein wirkliches Thema, auch weil die Umsetzung ­eines solchen bei uns rechtlich sehr kompliziert wäre«, lautet die Auskunft von Christoph Wolnik, Pressesprecher bei ­auto-schweiz, der Schweizer Vereinigung der offiziellen Automobil-Importeure.

Nichtsdestotrotz lässt sich die Industrie nicht lumpen, und wer sich heute für einen neuen Bus, Transporter oder Ähnliches entscheidet, steht dennoch vor der Qual der (riesigen Aus-)Wahl. Spannend jedenfalls: Immer mehr Hersteller präsentieren speziell für innerstädtische Transportwege Elektroantriebe auch in ihren Nutzfahrzeugen. Wer also keine Langstrecken fährt, ein grünes Gewissen hat und Fahrverbote mit Sicherheit umgehen will, für den ergeben sich immer mehr Optionen – auch im Bus- und Transportersegment. Aber auch sonst bietet die Branche viele Neuheiten, die gerade für Caterer, Gastronomen oder Hoteliers interessant sind.

VW: Volle Kraft voraus

Pick-ups gehören seit Jahrzehnten in den USA zumindest außerhalb der großen Städte zum Straßenbild wie bei uns SUVs – nur halt alles eine Stufe größer. Aber auch in Mitteleuropa haben sich die Lastesel mit offener Ladefläche in den letzten Jahren zunehmend zum beliebten Lifestyle- und Arbeitsgerät gemausert. VW etwa hat mit dem Amarok den Pick-up-Gedanken schon 2010 auf für Europa sozialverträgliche Ausmaße dimensioniert. Wer aber trotzdem nach dem »More Power«-Gedanken lebt, dem kann jetzt mit dem neuen V6-Dieselmotor geholfen werden. 258 PS (per Overboost kurzfristig sogar 272 PS) und 580 Nm Drehmoment sorgen für mehr als genug Kraft in allen Lebenslagen, die durch den serienmäßigen Allradantrieb ­4MOTION und eine 8-Gang-Automatik auch problemlos auf den Boden gebracht wird.

Zur Serienausstattung der neuen 3-l-V6-Amarok-Versionen Highline und Aventura zählen etwa Bi-Xenon-Frontscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht oder 20-Zoll-Räder. Das optional verfügbare RCS, kurz für Roll-Cover-System, eine bewegliche Abdeckung der 2,52 Qua­dratmeter großen Cargobox, schützt beispielsweise vor Staub, Feuchtigkeit oder unliebsamen Einblicken.

 


Opel Komfortabler Lademeister
Foto: Opel

Opel: Komfortabler Lademeister

Opel stellt aktuell die fünfte Generation des Combo vor. Ziel bei der Entwicklung des kompakten, multifunktionalen leichten Nutzfahrzeugs war es, mit den niedrigsten Betriebskosten im Segment zu glänzen. Der neue Opel Combo steht in zahlreichen Varianten zur Wahl, darunter die 4,40 Meter messende Kurzversion sowie eine Langversion mit 4,75 Metern – beide mit zwei- oder dreisitzigen Cockpits – sowie als geräumige Doppelkabine mit bis zu fünf Sitzplätzen. Maximal kann der Combo eine Zuladung von einer Tonne oder ein Ladevolumen von 4,4 m³ transportieren. Markus Buchacher, Opel-Marketingleiter Österreich: »Bei großen Transportern werden teilweise gar keine Benzinmotoren mehr angeboten. Das ist sicherlich einer der Vorteile der kleineren Nutzfahrzeugklassen wie etwa des Combo, dass hier auch Benzinmotoren angeboten werden für Leute, die etwa Angst vor Dieselfahrverboten haben.« Detaillierte Infos über die Motorenpalette waren zu Redaktionsschluss allerdings noch nicht verfügbar.

Ist der neue Combo im Heckabteil ganz Nutzfahrzeug, so bietet er für Fahrer und Passagiere Komfort auf Pkw-Niveau: Als Einziger in diesem Segment verfügt der Combo auf Wunsch über ein beheizbares Lenkrad, dazu beheizbare Vordersitze oder eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik.



Peugeot Flexibler Franzose
Foto: Peugeot

Peugeot: Flexibler Franzose

Outdoor-Van nennt Peugeot sein jüngstes Modell namens Rifter, das mit zwei Längen und als Fünf- oder Siebensitzer angeboten wird. Die großen Schiebetüren lassen Gegenstände verschiedenster Größen (Ladevolumen maximal 4.000 Liter) im Peugeot Rifter einfach einladen und befestigen. In der längeren Version können die zwei Einzelsitze der dritten Reihe verschoben oder, wie in der Standard-Version, einfach herausgenommen werden. So lässt sich je nach Bedarf der Knie- oder der Kofferraum erweitern.

Motorseitig erfüllen alle Aggregate die strenge Norm Euro 6d-TEMP. Angeboten werden ein Benziner mit 1,2-l-Hubraum und 110 PS sowie zwei 1,5-l-Dieselmotoren, einmal mit 5-Gang-Schaltgetriebe und 100 PS und einmal mit 6-Gang-Schaltgetriebe oder Achtstufen-Automatik mit 130 PS. Ehrensache, dass Peugeot auch bei Nutzfahrzeugen wie dem Rifter alle Assistenzsysteme anbietet, die man aus Pkws kennt, z. B. adaptive Geschwindigkeitsregler, Verkehrsschild-Erkennung, Spurhalteassistent, Notbremsfunktion, Toter-Winkel-Assistent oder Anhänger-Stabilisierungssystem.



Nissan Stromschnelle
Foto: Nissan

Nissan: Stromschnelle

Die Elektromobilität ist stetig auf dem Vormarsch und kommt sukzessive auch bei den gewerblichen Nutzern an. Der Nissan e-NV200 kombiniert etwa die Ladekapazität und Flexibilität des klassischen NV200 mit dem Antriebsstrang des Leaf, des meistverkauften Elektroautos der Welt. Durch die auf 40 kWh erstarkte Lithium-Ionen-Batterie klettert seine Reichweite gegenüber dem vorherigen Modell um mehr als 60 Prozent pro Akkuladung. Im städtischen WLTP-Zyklus sollen dadurch laut Werksangabe bis zu 301 Kilometer möglich sein. »Die emissionsfreie Mobilität ist die Zukunft der innerstädtischen Logistik. Zustellungen auf der letzten Meile werden in saubere und effiziente Transporte verwandelt«, erklärt Gareth Dunsmore, Direktor Elektrofahrzeuge bei Nissan Europe.

Kunden können zwischen zwei Varianten wählen: dem Kastenwagen e-NV200 und der Pkw-Variante e-NV200 Evalia. Der 4,2 m³ große Laderaum des Transporters bietet ausreichend Platz für zwei Euro-Paletten und bis zu max. 583 Kilogramm Zuladung. Und in der Evalia-Version bietet der einzige vollelektrische Siebensitzer in Europa dank seines modularen Sitzkonzepts ausreichend Platz gleichermaßen für Passagiere und Gepäck.


Mercedes Reichweite oder Zuladung maximieren
Foto: Mercedes

Mercedes: Reichweite oder Zuladung maximieren

Als zweites Modell der gewerblichen Flotte stattet Mercedes-Benz nach dem eVito ab 2019 auch den neuen Sprinter mit einem E-Motor aus. »Die Elektrifizierung der gewerblichen Flotte folgt unserer Überzeugung, dass dem Elektroantrieb vor allem im ­innerstädtischen Verkehr die Zukunft gehört. Unsere Elektroantriebe sind auch in größeren Fahrzeugsegmenten wettbewerbsfähig – gerade auch bei der für unsere gewerblichen Kunden so wichtigen Gesamtkostenrechnung«, so Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans.

Der eSprinter wird als Kastenwagen mit Hochdach angeboten. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 kg, einer Fahrzeuglänge von 5.932 mm und einem maximalen Ladevolumen von 10,5 m³ bietet der Sprinter ausreichend Platz für verschiedenste Anforderungen. Hohe Flexibilität gewährleistet die Wahlmöglichkeit der Batteriekapazität: Mit einer 55-kWh-Batterie soll die Reichweite des eSprinter rund 150 Kilometer betragen, selbst bei ungünstigen Rahmenbedingungen wie niedrigen Außentemperaturen und voller Beladung, die in dieser Konfiguration 900 kg beträgt. Mit der 41-kWh-Batterie schrumpft die Reichweite auf rund 115 km, dafür steigt die maximale Zuladung auf ca. 1.040 kg.



Fiat Immer schön cool bleiben
Foto: Fiat

Fiat: Immer schön cool bleiben

Wer oft heikle Lebensmittel transportieren muss, kennt das Problem mit der Kühlung. Spätestens bei 18 Grad Innenraumtemperatur macht auch die beste Klimaanlage im Auto schlapp. Definitiv viel zu warm für empfindliche Produkte. Abhilfe schafft zum Beispiel ein eigener Kühl-Aufbau, wie ihn Fiat seit Kurzem für seine Transporter-Modelle Ducato, Talento oder Doblò Cargo anbietet. Je nach Variante ist der »Pharma- plus Frischdienstumbau« für eine wählbare Temperatur zwischen null und +25 Grad im Laderaum ausgelegt. Das Fahrzeug ist dabei uneingeschränkt einsetzbar bei Außentemperaturen zwischen –20 und +40 Grad.
Der Umbau hat seinen Preis: Je nach Modell und Einsatzzweck muss man zwischen 9.000 und etwa 13.000 Euro netto kalkulieren. Inkludiert ist dafür eine hochwertige Komplett-Iso­lierung und ein Kühlaggregat, das natürlich auch im Stand funktioniert. Christoph Reiterits, Marketing Manager Fiat Professional ­Austria: »Der Umbau, der jeweils durch ein Partner-Unternehmen vor Ort erledigt wird, hält 10 bis 15 Jahre und damit oft länger als das jeweilige Fahrzeug. Der Aufbau samt dem Kühl­aggregat kann daher sogar auf ein Nachfolgefahrzeug übernommen werden.«



Renault Emissionsfrei durch die City
Foto: Renault

Renault: Emissionsfrei durch die City

Auch innerhalb von Städten sind manchmal Lasten zu transportieren, die nach einem großen Transporter verlangen. Wer in diesem Segment nach einem Elektromotor gesucht hat, hatte bis dato schlechte Karten. Diese Lücke wurde jetzt von Renault mit dem Master Z.E. geschlossen. Mit 3,1 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einer Zuladung von bis zu 1.377 Kilogramm je nach Aufbau zielt die elektrische Variante des erfolgreichen Transporters vor allem auf den innerstädtischen Lieferverkehr. Dank seines lokal emissionsfreien Antriebs ist der Master Z.E. hier von drohenden Fahrverboten oder Zufahrtsbeschränkungen befreit.

Der Master Z.E. verfügt über die neue Z.E. 33 Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 33 kWh. Der flache Stromspeicher befindet sich unter dem Kabinenboden, sodass der Laderaum uneingeschränkt zur Verfügung steht. Die Batterie liefert Energie für den Elektromotor R75 mit 57 kW/76 PS und 225 Nm, die bereits beim Anfahren zur Verfügung stehen. Das E-Aggregat ermöglicht im Master Z.E. eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und laut NEFZ eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern.

Text: Clemens Kriegelstein, Ausgabe: 05/2018, Veröffentlicht am: 07.09.2018
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.