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Blitz und Blank

Hotelzimmer-Reinigung auf Top-Niveau

Hotelzimmerreinigung Blitz und Blank
Foto: iStockphoto

Den guten Ruf des Hauses sollte man nicht durch laxen Umgang mit Sauberkeitsstandards beschmutzen. Mit der richtigen Reinigung dagegen wird nicht nur die Strahlkraft des Hotelzimmers wieder­hergestellt, sondern auch die des ganzen Betriebs.

Housekeeping zählt zu den am meisten unterschätzten Aufgaben im Hotelbetrieb. Denn oft entscheidet die wahrgenommene Sauberkeit darüber, ob ein Gast sich eine Wiederkehr vorstellen mag. Das gilt insbesondere für den Bereich des Hauses, dem der Kunde die größte Beachtung schenkt: das Zimmer. Insbesondere in der Ära der Online-Bewertungen kann sich kein Betrieb leisten, hier an Zeit oder Investitionen zu sparen. »Viele Unternehmer sind überrascht, dass man erst mal ein Invest geben muss, um die Abteilung Housekeeping gut aufzustellen«, verrät Mareike Reis, Unternehmensberaterin für Hotellerie und Gastronomie. Das gilt sowohl für Materialien als auch Personal. »Wenn man eine gute Hausdame hat, hat man auch die Kosten gut im Griff«, so ihre Überzeugung.

Mensch und Material müssen zusammenarbeiten

Hochglanz-weiße Designermöbel, der Austausch von Teppichen gegen Holzbeläge und Glastrennwände zwischen Zimmer und Bad gefallen zwar dem Gast, für den Cleaner jedoch bedeuten sie einen deutlich höheren Arbeitsaufwand. »Die Ausstattung verändert sich in den letzten Jahren massiv«, weiß Andrea Pfleger von Hollu Systemhygiene aus Zirl in Österreich. Die Abteilungsleiterin Systementwicklung und -dokumentation erstellt als Housekeeping-Profi individualisierte Reinigungssysteme für die Kunden. »Man merkt, dass die Leute mit den neuen Anforderungen der Materialien wie Holz, Glas, Naturstein nicht zurechtkommen«, berichtet Pfleger. Andrea Pflegers Wunsch: Häuser, die neu oder umbauen, sollten in der Planungsphase die Abteilung Housekeeping an Bord holen.

Schmutz-Hotspots

»Gerade bei Matratzen müssen Hotels auf eine sehr gute Hygiene achten. Immerhin ist die Matratze das Teil in einem Hotelzimmer, das dem Gast am nächsten ist«, sagt Robert Wiedemann, Geschäftsführer der beam GmbH. »Das Bad ist das Aushängeschild eines Hotelzimmers«, fährt er fort. »Verschmutzte Armaturen oder schwarze Fugen sind ein absolutes No-Go.« Sophie Gotte, Housekeeping-Managerin des Platzl Hotels (München): »Generell sind alle Ecken oder Stellen, welche z. B. durch Vorhänge verdeckt werden, Fallen. Ebenso Silikonfugen im Bad, wo sich leicht Schmutz ablagert.« Hotspots sind auch Toiletten und Abflüsse. Ein Klassiker unter den Reinigungs-Hotspots ist übrigens der WC-Bürstenbehälter.

Schritt für Schritt

Je ausgeklügelter die Reihenfolge der Zimmerreinigung festgelegt ist, desto effizienter ist die Abwicklung. Eine sinnvolle Vorgehensweise: Zunächst werden die Vorhänge und die Fenster zum Lüften geöffnet. Der nächste Gang des Cleaners sollte ins Badezimmer führen. Mit einem sauren Reiniger wird das Innenleben der WC-Schüssel bearbeitet. Da hier eine längere Einwirkzeit angedacht ist, kann man sich in der Zwischenzeit dem Zimmer widmen. Möbel zurechtrücken, Schmutzwäsche zum Wagen bringen, Müll entsorgen. Das schafft den Freiraum, um effektiv arbeiten zu können.

Dann wird das Mobiliar mit einem Mikrofasertuch gereinigt. Holzoberflächen sollte man zudem regelmäßig mit Holzpolitur behandeln, um den Glanz und die Farbe zu erhalten. Es folgt die Bettwäsche, wobei die eigentliche Textilhygiene gern an externe Dienstleister abgegeben wird. Dann geht es auf den Boden der Tatsachen: Staubsaugen und Belagsflächenreinigung. Je nach Fußbodenbelag entweder mit einem Holzreiniger zum Wachsen oder Ölen des Parketts oder einem Reiniger für PVC, Linoleum und Co. Es folgt der Sanitärbereich, angefangen mit dem WC. Die Nacharbeiten: Finish, Gästeartikel ergänzen, Badewäsche auflegen, elektrotechnische Anlagen überprüfen.

Farbenfroh

Angesichts von vielen Mitarbeitern unterschiedlichster Heimatsprachen gilt: Bilder und Farben sagen mehr als Worte. Deshalb ist es in den Hotels eine verbreitete Methode, die Utensilien für verschiedene Aufgabenbereiche mit unterschiedlichen Farben zu versehen. Die Farbkodierungen der Mikrofasertücher dient gleichzeitig zur Orientierung, welche Reiniger für den jeweiligen Bereich zur Anwendung kommen sollen.

Die Dosis macht nicht nur das Gift

Eine Dosierstation mit Automatik verhindert menschliches Versagen. Wenn der Mitarbeiter dagegen manuell dosieren muss, hat jeder Fehler einen massiven
Einfluss auf die Reinigungsqualität. Bei Unterdosierung leidet die Reinigungs­leistung. Der Schmutz wird dann nicht gebunden, sondern nur verteilt. Ein Schmierfilm auf den Klarlack-Möbeln im 5-Sterne-Hotel als Folge einer Überdosierung hinterlässt beim Gast »schmutzige Gedanken«, denn ein sichtbarer Produktfilm wirkt kaum ansprechender als eine Staubschicht. Bei Überdosierung kann zudem der Boden klebrig oder rutschig werden.

Safety first

Gute Schulungen sind nicht nur auf Arbeitseffizienz ausgelegt, sondern fördern auch die Sensibilität der Mitarbeiter für den eigenen Schutz. Beispielsweise das Tragen von Handschuhen betreffend. »Da fehlt oft das Problembewusstsein«, plaudert Guido Lahmann, Key Account Manager HoReCa bei Dr. Schnell, aus dem Nähkästchen. »Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung von Gesetzen, sondern letztendlich um die eigene Haut.«

Eine in die Jahre gekommene Annahme: warmes Wasser würde intensiver reinigen als kaltes. Heutige Reinigungskonzentrate sind stattdessen so ausgelegt, dass sie auch in Kombination mit kaltem Wasser Fett und Eiweiße lösen können. »Das dient dem Mitarbeiterschutz«, erklärt Guido Lahmann. Dabei geht es nicht etwa nur um Verbrühungen mit zu heißem Wasser. Säuren, die mineralische Verschmutzungen lösen sollen, können z. B. in Verbindung mit warmem Wasser die Atemwege eher belasten.

Zeit ist Geld

Wie lange darf ein Zimmermädchen für die Reinigung brauchen? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Es hängt von Parametern wie Raumgröße, Interieur und Materialien ab. »Auch die Art des Bodens, die Beschaffenheit der Wand im Badezimmer, die Kissenzahl im Bett und natürlich der Verschmutzungsgrad wirken hier als Faktoren zusammen«, weiß Claudia Wittmann, Housekeeping-Expertin bei Hagleitner. Selbst kulturelle Unterschiede bei internationalen Gästen können sich auf den Arbeitsaufwand auswirken. Wer nach pauschalen Richtwerten sucht, läuft Gefahr, sich an veralteten Daten zu orientieren. Allein der Wechsel von Teppich auf Holz bedeutet z. B. bis zu 30 Minuten mehr Zeitaufwand pro Zimmer.

Dennoch muss natürlich jeder individuelle Betrieb eine individuelle Antwort auf diese Frage finden. Nur so ist Qualitätsmanagement möglich. »Der eigene Standard muss definiert und schriftlich festgehalten werden«, empfiehlt Sophie Gotte, Housekeeping-Managerin aus dem Platzl Hotel in München. Dabei müssen alle Details berücksichtigt werden: Aus welchen Teilen besteht ein Bett? Wie sollen die Handtücher hängen? Wo steht die Box mit den Bad Amenities? Sind alle Hotellogos auf Blöcken und Stiften zum Gast ausgerichtet? Usw. … Ein Mitarbeiterhandbuch sollte diese Standards dokumentieren. Aufgrund der Sprachenvielfalt sollte das am besten über Bilder erzählt werden.

Kleine Dinge machen den Unterschied

Der Versuch, die Sauberkeit auf einen rein optischen Effekt zu beschränken, mag verlockend nach Zeitersparnis ­klingen, doch der schöne Schein rächt sich spätestens, wenn die ersten Online-­Bewertungen von Erkrankungen berichten, für die die Gäste dem ­Betrieb die Schuld geben. Die TV-Fernbedienung sollte in regelmäßigen Abständen desinfiziert werden. Anderenfalls lauern dort mehr Mikroorganismen als auf dem ­Toilettensitz. Die Desinfektion erfolgt natürlich erst nach der Reinigung, denn Restanschmutzungen bringen Eiweißfehler, welche die Desinfektion unwirksam machen. Unsauberkeit darf aber nicht ausschließlich vonseiten des Gastes beanstandet werden. Auch das Hotel sollte seine Schmerzgrenze haben dürfen. »Wenn Gäste ihr Zimmer über die Maßen verschmutzen, berechnen wir eine Sondergebühr«, so Sophie Gotte aus dem Münchner Platzl Hotel. »Wir weisen ihn noch während des Aufenthalts da­rauf hin, damit er beim Check-out keine Überraschung erlebt.« Wichtig dabei: »Das möglicherweise unangenehme Gespräch mit dem Gast, in dem die klare Haltung gezeigt wird, muss der Direktor oder eine andere höhere Instanz übernehmen, nicht das Hausmädchen«, so Hotelberaterin Mareike Reis.

Claudia Wittmann Housekeeping und Wäsche Expertin bei Hagleitner
Foto: Hagleitner

Tipps von Claudia Wittmann, Housekeeping- und Wäsche-Expertin bei Hagleitner

Gut betucht

Mikrofaser und Baumwolle sollten getrennt in die Maschine kommen. Denn Mikrofaser ist statisch aufgeladen und zieht Baumwollfusseln an. Sonst hinterlassen Mikrofasertücher Fusseln auf Spiegeln, Fenstern und anderen Oberflächen. Für Putztücher keinen Weichspüler verwenden – um Schlieren zu vermeiden.

Sanitär-Sanitäter

Im Sanitärbereich keinen Küchenschwamm mit Scheuermilch auf Armaturen gebrauchen. Der zerkratzt die Oberfläche und lässt Grünspan entstehen. Sanitär-Grundreiniger (für Urinstein und starke Verkalkung) nicht für Kunststoff-Oberflächen benutzen.

Chlorhaltige Reiniger haben im Hotelzimmer nichts verloren. Abgestellte Flaschen können bewirken, dass der Boden ausbleicht. In der Regel ist der Schaden dann unumkehrbar.

Text: Michael Eichhammer, Ausgabe: 05/2018, Veröffentlicht am: 03.09.2018
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.