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Auf Knopfdruck versorgt

Über die neuesten Entwicklungen bei Verkaufsautomaten in der Hotellerie

Vending auf Knopfdruck versorgt
Fotos: iStockphoto

Einerseits will man seine Hotelgäste mit bestmöglichem Service begeistern, andererseits zwingen Personalnot und hohe Betriebskosten Hoteliers zu Sparmaßnahmen.

Lukrative Lösungen können Vending Machines mit bedarfsgerechter Bestückung für den Hotelaufenthalt sein. Aber individuelle Versorgung geht noch umfangreicher:

Der neue Trend heißt Micro Markets.

Man kennt das ja: Spätabends im Hotelzimmer schnappt man sich den Kulturbeutel, trottet ins Bad und muss dann halb genervt, halb panisch feststellen, dass es die Zahnbürste leider nicht mit auf die Reise geschafft hat. Die Läden haben natürlich schon geschlossen. Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte man jetzt kreativ werden müssen. Heute schlendert man dagegen zum nächsten Automaten auf dem Hotelflur oder in der Lobby und zieht sich dort einfach eine Zahnbürste – einzeln oder im Toiletten-Set samt Zahnpasta. Egal wie die Lebenslage aussieht, Verkaufsautomaten in der Hotellerie liefern heute beinahe immer das richtige (Notfall-)Produkt. Der 24-Stunden-Service auf Knopfdruck – es ist ein Ausstattungselement, das immer mehr Hoteliers in ihre Häuser integrieren. Vom simplen Snack-Automaten bis hin zum hochmodernen Kombi-Gerät gibt es so gut wie alles. Wer aber denkt, damit sei das Ende der Entwicklungsfahnenstange erreicht, der irrt.

Verkaufsautomaten, auch Maxi-Bars genannt, haftete lange Zeit ein eher unrühmliches Image an. Hotelgäste wurden in der Regel durch Mini-Bars auf den Zimmern mit Snacks und Getränken versorgt. Das änderte sich, als 2015 der überarbeitete Hotelkriterien-Katalog in Kraft trat. Der erlaubt nun auch in bis zu Vier-Sterne-Hotels den Ersatz von Mini- durch Maxi-Bars, vorausgesetzt, es gibt eine pro Etage und die Abrechnung ist über das Zimmer möglich. Ein Erfolg für den Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e. V. (BDV), der sich schon seit Längerem dafür eingesetzt hatte, dass Automaten in der Hotellerie mehr berücksichtigt werden. Seitdem herrscht gähnende Leere in vielen Mini-Bars. Automaten wurden allmählich salonfähig und fließen immer häufiger in Hotelkonzepte ein.

Verkaufsautomaten sind auf dem Vormarsch

Für Heike Richter, Kommunikationsleiterin des BDV, ist der Wandel nachvollziehbar: »Die Gründe für die Umstellung von Mini-Bars hin zu Automaten sind oftmals ökologischer und ökonomischer Natur. Mini-Bars verbrauchen viel Energie und führen zu hohen Stromkosten. Außerdem erfordert es großen Personalaufwand, um die kleinen Kühlschränke jeden Tag zu überprüfen, abzurechnen und aufzufüllen.« Dagegen sprächen das breite Sortiment, die sichere Abrechnung und allzeitige Verfügbarkeit für den Gast für Automaten in der Hotellerie. Michael Lauer, Geschäftsführer des österreichischen Warenautomaten-Herstellers UKO Technik mit Vertrieb auch in Bayern, kann das von industrieller Seite bestätigen. »Der Trend geht ganz klar hin zu Vending Machines, die einfachste und effizienteste Lösung, seinen Gästen rund um die Uhr Snacks, Getränke, aber auch andere Artikel zur Verfügung zu stellen. Die Nachfrage steigt rasant.« Und das betrifft alle Hotelkategorien. »Wir haben vom klassischen Snack-Automaten bis hin zum Champagner-Automaten in der High-End-Hotellerie schon alles betreut«, wie er sagt. »Der Großteil unserer Kunden ist aber ganz klar das junge, coole Segment der Budget-Hotels, das ihren Kunden zu einem vernünftigen Preis ein trendiges, stylisches Übernachtungserlebnis bietet.«

So eines, gepaart mit unkompliziertem Komfort, bekommt man zum Beispiel in einem der bis dato sieben Ruby Hotels in Deutschland und Österreich. Ruby- Gründer und CEO Michael Struck hat bewusst jedes seiner Häuser mit mindestens einer Versorgungsecke ausgestattet. Denn Gäste würden Mini-Bars selten nutzen und gerne darauf verzichten, wenn es einen Preisvorteil für sie bedeute. »In unserer Galley, einer Art Maxi-Bar, gibt es rund um die Uhr kostenlose Heißgetränke und eine Vending Machine«, erläutert er. Darin bieten sie rund 30 Artikel an, von Amenities wie Slipper, Regenschirm, Dental- und Shaving Kit bis zu alkoholischen und alkoholfreien Getränken und Snacks. So weit möglich, achte man bei den Lebensmitteln auf Bio-Qualität und Regionalität. »In einigen Häusern sind die Galleys auch mit Ice Dispensern ausgestattet, die kostenloses Eis bieten«, ergänzt Struck.

Michael Lauer
Der Großteil der Kunden von Michael Lauer, Geschäftsführer der UKO Technik GmbH, sind Budget-Hotels. Foto: UKO Technik GmbH
Michael Struck
Die Maxi-Bar im Ruby Coco Hotel in Düsseldorf: für Ruby-Gründer und CEO Michael Struck die bessere Alternative zur altbekannten Mini-Bar. Foto: Ruby Hotels

Auch die äußeren Werte zählen

Eine Maxi-Bar liefert also viel mehr als nur den schnellen Kalorien-Kick. Das Sortiment ausweiten oder ändern zu können, auch mit Non-Food-Artikeln, ist einer der entscheidenden Vorteile gegenüber der Mini-Bar. So ausschlaggebend wie der Automaten-Inhalt ist aber auch die Produktpräsentation, erklärt Michael Lauer. »Der Kunde muss genau sehen können, was er kauft. Das ist für die Generierung von Zusatzverkäufen extrem wichtig.

Der Kunde muss genau
sehen können, was er kauft
Michael Lauer,
UKO Technik

Der Automat soll ja auch On-Top-Umsatz machen. Eine weitere große Rolle spielt die komfortable Artikelausgabe.« Und nicht zuletzt das Bezahlsystem. »Neben Bargeldannahme mit Münz- und Banknotenwechslern sind bargeld- und kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten mittlerweile praktisch ein Must«, sagt der Experte. Vor allem sollte sich der Automat in seinem »Look & Feel« nahtlos in das Interieur des Hotels einfügen.

Neuester Trend: Micro Markets

Wie das auf moderne und nachhaltige Weise gelingt, zeigten Vending-Hersteller mit innovativen Geräten kürzlich auf der Messe euvend & coffeena in Köln. Thema war aber auch der neue Verpflegungstrend für die Hotellerie: Micro Markets. In den Mini-Shops werden Waren aus normalen Regal- und Kühlelementen angeboten und über automatisierte Kassensysteme bezahlt. Dadurch kann eine noch größere Produktvielfalt angeboten werden, unabhängig von Öffnungszeiten.

Dieses offene Verkaufskonzept hat Christian Heck, Hotelier des Drei-Sterne-Superior-Hauses »Hotel & Living Am Wartturm« in Speyer, schon länger eingeführt. Angefangen mit einem Getränkeautomaten, bemerkte er schnell das Problem des oft fehlenden Kleingeldes seiner Gäste. Also wurde umgerüstet. Jetzt kann man sich jederzeit im Empfangsbereich des Hotels gekühlte Softdrinks, Bier und Prosecco holen, Wein aus einem Klimaschrank, Kaffee und Tee sowie Snacks. Abgerechnet wird beim Check-out. »Im Vergleich zum Automaten ist das wesentlich persönlicher. Wir vertrauen dem Gast, dass er mit unserem Angebot korrekt umgeht, und das weiß er zu schätzen. Auch, dass wir ihm günstigere Preise als bei einer Mini-Bar anbieten können«, erklärt Heck. Immer mal wieder würden sie auch neue Produkte testen, da man durch das Shopsystem ja flexibel im Sortiment sei. Der Getränkeumsatz ist seither gestiegen. Ein Erfolg für das Hotel. Und insgesamt eine sinnvolle Möglichkeit maximalen Service mit minimalem Personal- und Kostenaufwand zu vereinbaren – nicht nur in Zeiten des Fachkräftemangels.


Ausgezeichneter Automat

Nachgefragt: Udo Nowakowski, SandenVendo

SandenVendo, weltweiter Verkaufsautomaten-Hersteller, erhielt auf der im Mai stattgefundenen Fachmesse euvend & coffeena in Köln den Vending Star 2019 für seinen »G-Snack Evolution« in der Rubrik »Technisches Gerät«. Udo Nowakowski, Verkaufsleiter Deutschland, freut sich über den Innovationspreis.
Interview: Kristina Presser

Herr Nowakowski, was ist das Besondere am »G-Snack Evolution«?
Dieser Automat ist aufgrund seines ergonomisch gestalteten Konzepts einzigartig auf dem Markt. Die benutzerfreundliche Maschine wurde entwickelt, indem zunächst das Wohlergehen der Endverbraucher berücksichtigt wurde.

Wie macht sich das am Gerät bemerkbar?
Dank des großen, gut beleuchteten Ausgabebereichs mit automatischer Öffnung werden die Produkte in einer zentralen, ergonomischen Höhe schonend gehandhabt, sodass sich Kunden nicht bücken müssen. Durch die flexible Innengestaltung und umfangreiche Optionen ist das Sortiment nicht nur auf Süßwaren und Lebensmittel beschränkt, sondern die Produktvielfalt kann in den unterschiedlichsten Größen und Formen (NonFood) erweitert werden.

Welche Rolle spielt Umweltschutz bei der Produktion?
80 Prozent des Kunststoffs ABS, den wir für unsere G-Snack-Maschinen verwenden, wird aus Post-Consumer-Schredder-Rückständen hergestellt. Dieses Wiederverwendungsverfahren verbraucht weniger als 20 Prozent der Energie, die für die Produktion von jungfräulichen Kunststoffen benötigt wird, und spart zwischen ein bis drei Tonnen CO2 pro Tonne verbrauchten neuen Kunststoffs ein.

Text: Kristina Presser, Ausgabe: 04/2019, Veröffentlicht am: 03.07.2019
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.