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10 Fragen an Lisa Martinek

»Im Hotel will ich mich zu Hause fühlen«

10 Fragen an Lisa Martinek
Foto: picture alliance / Sven Simo;

Seit mehr als 20 Jahren erobert sie erfolgreich die Herzen des deutschen Kino- und TV-Publikums: Lisa Martineks Referenzliste ist lang und vielseitig. Sie überzeugte als Kommissarin in der ZDF-Krimireihe »Das Duo« genauso wie als Juliane in der Fernseh-Neuverfilmung von Helmut Käutners Klassiker »Die Zürcher Verlobung« oder in der Rolle der blinden Anwältin in »Die Heiland«, in der sie ab September in der ARD zu sehen sein wird. Abseits der Kameras spielt vor allem ihre Familie die Hauptrolle in ihrem Leben: Lisa Martinek lebt mit ihrem Mann Giulio Ricciarelli und den drei gemeinsamen Kindern in Berlin und München.

1In der Serie »Die Heiland: Wir sind Anwalt« spielen Sie eine blinde Anwältin. Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Zuerst einmal hatte ich einen Mobilitätstrainer, der mir gezeigt hat, wie ich mit dem Langstock umgehe, wie ich mich als Nichtsehender orientieren kann etc. Außerdem durfte ich die »echte« blinde Strafverteidigerin Pamela Pabst begleiten und konnte mir alles für meine Rolle abschauen. Legitimiertes Klauen sozusagen.

2Welche Situationen stellten Sie während der Dreharbeiten vor die größten Heraus­forderungen?
Genau das ist das Interessante gewesen. Es gab ständig Szenen, die mich herausgefordert haben. Bus fahren und aus dem Fenster schauen – geht nicht, weil die Augen Dinge, an denen man vorbeifährt, fixieren wollen, ohne dass ich das will. Wir haben bei Romy Heiland bewusst auf die dunkle Brille verzichtet. Der Zuschauer soll so direkt wie möglich an der Heiland dran sein dürfen.

3Was beeindruckt Sie an Ihrem Seriencharakter am meisten?
Die Zerbrechlichkeit der Figur. Die selbstsichere Strafverteidigerin einerseits, die andererseits aufgrund ihrer Blindheit auf Hilfe angewiesen ist.

4Wie war das Catering am Set?
Was das Essen angeht, bin ich speziell. Meistens bringe ich mir die Sachen von zu Hause mit.

5Sprechen wir generell über Ernährung: Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie und Ihre Familie sich gesund ernähren?
Wir legen auf Nachhaltigkeit Wert. Unser Hofladen um die Ecke ist sicherlich etwas teurer als der Supermarkt. Dafür schmeckt meiner Meinung nach alles um Klassen besser. Hühnereier sind nicht nach Größen sortiert. Beim Kochen legt man die großen zuerst rein und die kleineren folgen, damit alle weich sind und keines hart. Wir essen Fleisch, aber nicht täglich und aus artgerechter Haltung. Gemüse variiert je nach Jahreszeit. Das klingt jetzt dogmatischer, als es ist. Wenn wir essen gehen, sehe ich das etwas lockerer, und es stehen auch mal Ananas oder andere Dinge auf dem Tisch, obwohl die hierzulande nicht wachsen.

6Sie sind beruflich viel unterwegs – was muss ein Hotel mitbringen, damit Sie es als »Zuhause auf Zeit« akzeptieren können?
Zurzeit arbeite ich viel in Berlin. Also zu Hause. Wenn ich in anderen Städten drehe, freue ich mich, in den mir bekannten Hotels zu wohnen. In Hamburg ist das immer das Wedina, in Köln das Savoy, in München Das Hotel. Da komm ich rein, kenne mich aus und bin zu Hause.

7Ihren Lebensmittelpunkt haben Sie mittlerweile nach Berlin verlegt. Was ist Ihr persönlicher Geheimtipp für einen genussvollen Abend in der Hauptstadt?
Berlin bietet so viel! Das ist ja gerade das Spannende. Ein Konzert in der Philharmonie und danach ein gutes Essen mit herrlichem Wein ist für mich ein genussvoller Abend.

8Welche drei Genuss- bzw. Lebensmittel würden Sie mit auf die berüchtigte einsame Insel nehmen?
Wenn ich auf den italienischen Inseln bin, gibt es nur Gutes. Guten Kaffee, guten Fisch, gutes Eis.

9Welche Persönlichkeit – tot oder lebendig – würden Sie gerne mal zufällig an der Hotelbar treffen?
Johannes Paul II. und Helmut Kohl. Beide haben mich in meiner Kindheit begleitet, und ich hatte sie damals über all die Zeit als gegeben hingenommen und nie infrage gestellt.

10Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Das Leben ist zu kurz, um …?
… sich ständig über Kleinigkeiten aufzuregen.

Text: Daniela Müller, Ausgabe: 05/2018, Veröffentlicht am: 04.09.2018

Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.