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The Big Five – Everybody’s Darling? Sicher nicht!

Die Trend-Food-Kolumne von Andrew Fordyce

the big five Frühstücks Buffet
Fotos: iStockphoto; foodtrendtours.de

Food Service = Hospitality = 100 Prozent Dienstleistung. So weit okay. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man sich für alles und jeden verbiegen muss.

Schon gar nicht, wenn es um die Frage geht, was Sie Ihren Gästen vorsetzen. Tatsächlich sind 100 Prozent nur machbar, wenn Sie sich als Gastronom genau so positionieren, wie es IHNEN gefällt – selbst mit trendigem Mono-Food. Dann sind Sie mit Ihrem Angebot fernab von Pizza, Pasta und Co. ganz sicher nicht Everybody’s Darling, aber der Rest schätzt Ihre Leistung wert und dankt es als regelmäßiger Gast.

1st Big: Weniger ist mehr

Wer einmal das Smoked Brisket von David Carter ­probiert hat, mutiert zum süchtigen Stammgast im ­Smokestak, London (smokestak.co.uk). Carter tauschte strahlendes Weiß gegen tiefstes Schwarz. Er machte Schule in Sterne-Häusern, um mit einem gusseisernen, 4,5 Tonnen schweren Smoker in einer Hintergasse Londons zu landen. So unscheinbar sein Restaurant, so spektakulär ist das Brisket Bun für 5,50 £. Die Mini-Karte bietet mittlerweile etwas mehr, aber das Bun ist und bleibt ein inflationsresistenter Verkaufsrenner.

2nd Big: Eins, aber davon viel

Sie sind vielleicht kein Körnerfresser – aber andere lieben Müsli. Davon profitiert das Cereal Killer Cafe (www.cerealkillercafe.co.uk), das einen mit der Auswahl an Müsli und Toppings fast erschlägt. Ein Mono-Produkt-Konzept, das aufgeht: zwei Cafés in London und – man höre und staune – eins in Kuwait City und eins in Dubai.

3rd Big: Gut zu tun – gut ausgelastet

Da dreht es so manchem den Magen um: Sardinen aus der Dose! Für die einen maximal ein Mittel gegen Kater, sind sie für den ehemaligen Spitzenkoch Thomas Vetter eine Delikatesse. Er bietet in seiner Sardinen Bar in Berlin Schöneberg (www.sardinen.bar) knapp 100 Sorten an, die er raffiniert zubereitet serviert – in der Dose versteht sich. Der Laden ist abends eigentlich immer krachend voll. Das Ganze ist quasi eine One-Man-Show. Stress kennt Vetter nicht. Er muss ja nur ’ne Dose öffnen.

4th Big: Schnell bedient

Ein No-Go ist ein wartender Gast. Wer tierisch Hunger hat oder sich einen schönen Abend erhofft, will nicht lange vor seinem Glas sitzen bleiben. Ganz fix geht es bei Burger & Lobster (www.burgerandlobster.com). Hier gibt es einen dicken, fast 300 Gramm starken Burger im Nullkommanichts für 16 £. Dem stehen nur noch zwei weitere Varianten zur Seite. Die eine, »The Beast«, für 23 £ – darauf zusätzlich zum Burger natürlich der Lobster, gespickt mit Trüffeln. Für wenig Aufwand viel Essen – rasch serviert.

5th Big: Spagat für Customer Satisfaction

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Bubbledogs (www.bubbledogs.co.uk) wolle sich bei allen einschmeicheln: den Otto Normalos wie den Schönen und Reichen. Vorne werden Hot Dogs und hinten Zwölf-Gänge-Menüs für maximal 19 Gäste serviert. Trotzdem zeichnet sich Bubbledogs durch Kompromisslosigkeit aus. Während Sandia Chang ausschließlich zehn Hot-Dog-Variationen und ca. 60 Champagnersorten anbietet (ah, jetzt erschließt sich Ihnen auch der Name!) kreiert ihr Mann, der Sternekoch James Knappett (www.kitchentablelondon.co.uk – auch hier ist der Name Programm), hinten exklusive Menüs für 125 £ pro Nase. Da wird dann gegessen, was auf den Tisch kommt. Der Gast weiß die Menüfolge vorab nicht. ­Diese und auch seinen Gastgeber Knappett, der vor ihm live kocht, lernt er erst im Laufe des Abends kennen.

Mal unter uns: Sind Sie lieber Everybody’s Darling – oder wie die vorgestellten Konzepte meist ausgebucht?

Autor:
Der gebürtige Südafrikaner Andrew Fordyce ist mit Streetfood aufgewachsen und blieb ihm – trotz Ausbildung im 5-Sterne Hotel – treu. Heute lebt und arbeitet der internationale Food-Service- und Retail-Experte in London und im Frankfurter Raum als Entrepreneur einer Hamburger-Produktion, Berater, Food-Trend-Scout, Keynote-Speaker und Fachjournalist.

Mehr Infos: www.foodtrendtours.de

Text: Andrew Fordyce, Ausgabe: 05/2018, Veröffentlicht am: 05.09.2018
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.