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THE BIG FIVE – Trendfood-Kolumne von Andrew Fordyce

Barcelona - Stadt der Trends

the big five Frühstücks BuffetWenn ich in Barcelona bin, denke ich an ihn und dass es aktueller denn je ist, was er einmal über die katalanische Hauptstadt sagte: »Es wird Ihnen schwer fallen, etwas Besseres als Barcelona als Drehscheibe für Food zu finden.«

An Barcelona führt für mein Trendscouting kein Weg vorbei. Hier meine Big Five aus der zweitgrößten Stadt Spaniens:

1st Big: Fine Dining goes Casual

Vom Gourmettempel zu zwanglos-geselliger Gaumenlust: Immer mehr Sterneköche befreien sich und ihre Gäste von übertriebener Etikette und Chichi-Tellern, bei denen kaum jemand satt wird. Vorgemacht hat es Ferran Adrià, der sein hochdekoriertes El Bulli, Geburtsstätte molekularer Küchenkunst, 2011 schloss. Er tauchte stattdessen mit der Tickets Bar in die Tiefe der Tapas-Welt ein und bringt seither vor den Augen seiner Gäste wahre Schätze zu bezahlbaren Preisen hervor. Die live cooked Kreationen werden in einem denkbar unprätentiösen Ambiente serviert.

2nd Big: Chicks – Geschmackskonzentration

Im A Pluma kommen maximal Hühner auf dem Tisch angetanzt. Und das ist auch schon fast das Einzige, was Eugeni de Diego, der – Achtung, aufgepasst – ehemalige Koch im El Bulli bzw. Direktor im El Bulli Lab – kredenzt. Das Federvieh schmeckt bei ihm vorzüglich. Dabei ist A Pluma genau genommen eine einfache Rôtisserie. Was sein selbst ernanntes »clear concept of Grilled Chicken Gourmet« so besonders macht, ist die Zubereitung. Einfach und doch exzellent, dank hervorragendem Equipment, in diesem Fall einem Josper-Grill, der das langsame und gar nicht so leichte Garen mit Kohle kontrollierbar macht. Das Ergebnis: Chicks zum Reinbeißen!

3rd Big: Neues Markterleben

Was gibt es Schöneres, als auf dem Markt die lokalen Lebensmittel kennenzulernen. Ideal in Barcelona ist dafür der Mercat de la Boqueria. Hier kann man die Lebensmittel – in origineller Zubereitungsvielfalt – probieren. Es zeigt sich: Märkte sind im Umbruch. Die Standkonzepte wandeln sich vom Retail frischer Ware zu einer Mischform zusammen mit einem Streetfood-Angebot in einem Größenverhältnis von 30 zu 70 Prozent.

4th Big: Hola Flexitarinos!

Flax & Kale fährt zwei Restaurants und ein Grab & Go-Konzept unter dem Slogan »Eat better. Be happier. Live longer.« Dahinter stehen Ramon Barri und »Veggie-Inspiration-Queen« Teresa Carles sowie ihr Sohn Jordi. Sie ist die Erfinderin einer neuen Ess-Philosophie, die da heißt: »Nährwerte zählen – nicht Kalorien.« Ihre Konzepte sind nicht ausschließlich vegan, sondern stehen auf vier Beinen: RF (Raw Food/rohes Essen), GF (glutenfrei), PB (Plant Based) und OF (öliger Fisch, da er viel Omega-3-Fettsäuren enthält).

5th Big: Zwischen fermentiert und Vermouth

Teresa Carles war eine der ersten, die fermentierte Getränke auf die Karte nahm. Die Speisekarte von Flax & Kale bietet originelle Geschmackskreationen aus dem »Kombucha Lab«, einer hauseigenen Produktlinie des süßen, grünen bzw. schwarzen Tees, der mit Hilfe des Kombucha-Pilzes fermentiert wird. Wer es lieber mit Prozenten mag: Der Renner ist Vermouth, und den kann man diesen Sommer fast überall in Barcelona bestellen. Na dann: Salud, Anthony!

Autor:
Der gebürtige Südafrikaner Andrew Fordyce ist mit Streetfood aufgewachsen und blieb ihm – trotz Ausbildung im 5-Sterne Hotel – treu. Heute lebt und arbeitet der internationale Food-Service- und Retail-Experte in London und im Frankfurter Raum als Entrepreneur einer Hamburger-Produktion, Berater, Food-Trend-Scout, Keynote-Speaker und Fachjournalist.

Mehr Infos: www.foodtrendtours.de

Text: Andrew Fordyce, Ausgabe: 05/2019, Veröffentlicht am: 01.09.2019
Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
Fotos: iStockphoto; foodtrendtours.de