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Wir haben nur uns

Ploners Gastro-Kolumne

Kolumne von Ploner
Foto: privat

Kennen Sie die drei Stufen der Beteiligung an Veränderungen?

Ungeschönt und auf den Punkt gebracht sind es: machen, mitmachen, miesmachen. In meinen mehr als 30 Berufsjahren in der Branche hat sich für mich immer wieder bestätigt, dass man auf diese drei Sorten Menschen trifft: die Macher, die Veränderungen initiieren, entscheiden und die Weichen stellen; die Mitmacher, die unterstützen, durchführen und den Weg begleiten; und schließlich die große Gruppe, die dabeisteht, zuschaut und kommentiert.

Es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren

Heute, als Präsident des Leaders Club International, blicke ich auf ein langjähriges Engagement in vielen Organisationen zurück. Das war nicht immer so. Am Anfang meiner Karriere habe ich nicht verstanden, wie bereichernd es ist, sich einzubringen – sowohl für die Branche als auch für sich selbst. Mit der Zeit habe ich das erkannt und begonnen, meinen Platz in den Gremien zu finden, wo ich auf Gleichgesinnte traf und Potenzial für Gestaltung und Veränderung erkannte. Ich wurde involviert, übernahm Aufgaben, begann, Leute kennenzulernen, und wuchs in Führungsaufgaben, die in meiner jetzigen Aufgabe ihren Höhepunkt gefunden haben.

Plattformen gibt es viele. Neben dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband gibt es z.B. die FBMA, den Fachverband für Führungskräfte aus Hotellerie und Gastronomie mit dem Fokus auf Food & Beverage; ferner die Hoteldirektorenvereinigung HDV sowie HSMA für alle, die mit Hotelmarketing und Distribution zu tun haben. Der Leaders Club ist ein Netzwerk von Gastronomiebegeisterten, denen es um Austausch und Innovation, um Nachwuchsförderung und Impulse für die Politik auf nationaler und internationaler Ebene geht. Jede dieser Vereinigungen hat ihre Aufgabe. Sie ergänzen sich und bündeln Kräfte durch Zusammenarbeit. Genau wie ich sind viele Kollegen in mehreren Verbänden aktiv und verfügen so über ein breites, themenübergeordnetes Netzwerk. Alle haben erkannt, dass man sich einbringen muss, um Fortschritt zu erreichen. Von außen ist keine Hilfe zu erwarten. Wir haben nur uns.

Höchste Zeit, aktiv zu werden

Deshalb freue ich mich sehr darüber, wenn Kollegen sich engagieren und zusammentun, zum Beispiel in der »Initiative Gastro« in Frankfurt, bei den »jungen Gastronomen Hamburg« oder bei den Innenstadtwirten in München. Hier geht es Gastronomen darum, ihre Interessen und die Position des Gastgewerbes auf lokaler Ebene zu vertreten und zu stärken. Dies soll dem Wohle der Gäste und der Außenwirkung der Städte zugutekommen. Ich wünsche mir, dass noch viel mehr diesen Beispielen folgen und verstärkt Einfluss nehmen. Konkrete Ziele, wofür sich auch der Leaders Club seit Jahren stark macht, sind zum Beispiel die Reduzierung der Bürokratie und die sieben Prozent Mehrwertsteuer für die gesamte Branche. Hier wünsche ich mir seitens der Hoteliers eine stärkere Solidari­sierung mit den Gastronomen. Nur wenn alle davon profitieren, ist diese Regelung endgültig fest und schafft eine verlässliche Grundlage für fairen Wettbewerb sowohl in Deutschland als auch europaweit. Höchste Zeit also, aktiv zu werden – falls Sie es noch nicht sind.

Der Autor:
Jean-Georges Ploner ist Spezialist für Konzepte, Innovation und F&B-Consulting. Er ist Fachbuchautor und bietet gemeinsam mit Gastronomie-Profis unter dem Namen »Global F&B Heroes« Profi-Lösungen für die Hotellerie und Gastronomie an.

Mehr Infos über den Autor: www.fbheroes.de

Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
Foto: privat