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Neue Marketing-Anker setzen

Schublade auf, Zielgruppe rein.

Ploners Gastro KolumneHeute luxuriöses Wellness-Resort, morgen urbanes Lifestyle-Hotelkonzept. Heute intensiver persönlicher Service, morgen autonom durch digitale Tools. Je nach Rolle wünscht sich der Gast eine individuell angepasste Kommunikation mit Angeboten.

Die Verschmelzung von Datenmanagement und Zielgruppenmarketing gehört zu den Aufgaben, die heute ohne intelligente Technologie nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Vernetzte Systeme helfen Hotellerie und Gastronomie, Präferenzen der Gäste bei der Hotelsuche und -buchung für den eigenen Betrieb zu nutzen. Der Einfallsreichtum von Management und Team ist gefragt, wenn es darum geht, die richtigen Ansatzpunkte zu finden, um das Interesse von Menschen zu triggern und Buchungen zu generieren.

Die Feste feiern, wie sie fallen

Eine Option ist das anlassbezogene Marketing. Eine Geburtstagsfeier ist und bleibt eine Geburtstagsfeier – egal, ob der Ehrengast seinen 30. oder 60. Geburtstag feiert. Details können variieren, der Grundaufbau des Events ist derselbe.

Anlassbezogenes Marketing kann auch im Zusammenhang mit touristischen oder sportlichen Events stehen. Großsportveranstaltungen wie Marathons bringen Läufer in die Stadt. Der Late Check-out für den Sportler, der nach mehrstündigem Lauf den Komfort einer Dusche genießen möchte, bevor er die Heimreise antritt, ist eine wirkungsvolle Marketingmaßnahme.

Die situativen Bedürfnisse

Die Musicalstadt Hamburg hat an den Wochenenden die typische Musical-Klientel. Auf deren Verhalten und Anforderungen können sich Verkauf und Operations sehr gut einstellen: Überbuchen ist nicht empfehlenswert, da diese Gäste verlässlich anreisen. Sie haben eine charakteristische F&B-Nachfrage: Kein Abendessen im Restaurant, aber dafür schätzen sie eine Bar, um dort nach der Rückkehr vom Musical den Abend ausklingen zu lassen. Viele wünschen sich Informationen über die Verkehrsanbindung des Theaters. Ein Infoblatt mit Wegbeschreibung oder ein Shuttle können vorbereitet werden, um den Gästestau am Empfang oder beim Concierge gar nicht erst entstehen zu lassen.

Ein anderer Marketingansatz schaut in Richtung Wirtschaftlichkeit. Die Frage ist: Worin investiert das Hotel und welche Erträge bringt die Investition? Ist ein Sessel im Zimmer erforderlich oder steht er nur da, weil man es immer so macht? Kaum jemand benutzt ihn, er kostet aber Geld bei Anschaffung und Pflege und benötigt Platz. Ein Ansatz könnte sein, die Zimmergröße und den dazu gehörenden Sessel als Komfortaspekt zu vermarkten, z.B. das Zimmer mit zusätzlich 2 qm plus Sessel kostet 19 Euro mehr.

Ungenutzt heißt nicht überflüssig

Ein Schwimmbad gilt vielfach als überflüssige Kostenquelle, außer im Resort- oder Spa-Hotel. Ein Stadthotel machte die Erfahrung, dass die Gäste den fehlenden Pool bei einer vorübergehenden Schließung nicht beanstandeten. Als die Hotelleitung dann beschloss, den Pool dicht zu machen, gingen die Online-Buchungen in kurzer Zeit signifikant zurück. Der fehlende Pool wurde als Komforteinbuße empfunden. Denn selbst wenn Gäste ihn nicht benutzen, sie haben rein hypothetisch die Option. Das Wissen »Ich könnte, wenn ich wollte« gibt den Gästen das Gefühl, viel Leistung für den Preis zu erhalten.

Ein weites Spielfeld bietet die Gastro­nomie. Das Spannende an Anlässen ist, dass man sie selbst kreieren kann. Die Big-Bottle-Party ist bei Weintrinkern der Hit, Firmeninhaber lieben das All-inclusive-Weihnachtsmenü. Ich rate aber, Eigenevents nicht aufs Wochen­ende zu legen, sondern auf schwache Tage, um diese zu beleben.

Der Autor:
Jean-Georges Ploner ist Spezialist für Konzepte, Innovation und F&B-Consulting. Er ist Fachbuchautor und bietet gemeinsam mit Gastronomie-Profis unter dem Namen »Global F&B Heroes« Profi-Lösungen für die Hotellerie und Gastronomie an.

Mehr Infos über den Autor: www.fbheroes.de

Der Original-Text aus dem Magazin wurde für die Online-Version evtl. gekürzt bzw. angepasst.
Foto: privat